Baudenkmal 09


Alt-Gatow 17/21, Bauernhof, um 1895

 

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Bis heute gibt es in Gatow landwirtschaftlich betriebene Bauernhöfe, einer davon ist der Hof der Familie Wolter. Er gehört zu den Bauernhofstellen, die seit dem Mittelalter hier bestehen. Seit wann der Hof im Besitz der Familie Wolter ist, weiß man nicht genau. Zur Zeit der Separation um 1850 gab es den Namen noch nicht, erst in der Flusskarte von 1900 und im Gebäudebuch von 1910 ist Karl Wolter als Eigentümer verzeichnet. Im Protokollbuch der Gemeinde ist er jedoch schon ab 1876 als Gemeindevertreter zu finden.
Die heutigen Gebäude des Bauernhofes stammen wohl überwiegend vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das Wohnhaus wurde 1895 fertiggestellt und 1897 durch einen Anbau ergänzt. Das eingeschossige Wohnhaus mit Satteldach steht mit seiner Traufseite an der Straße, die Fassade ist mit dem Eingang in der Mitte und je zwei seitlichen Fensterachsen symmetrisch gegliedert. Der Anbau verlängert das Haus nach Süden. Die Wirtschaftsgebäude gruppieren sich U-förmig um den Hof, der zur Straße durch eine Backsteinmauer geschlossen ist. Damit entspricht die Anlage der traditionellen Struktur eines Vierseithofes. Einfriedung, Stall, Schuppen und Remise sind vermutlich auch um 1890 entstanden, wurden aber immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst. Für die Scheune ist im Gebäudebuch Gatow vermerkt: "1956 Abriss und Neubau".* Von den ursprünglichen, seit dem Mittelalter in Gatow ansässigen Bauerngehöften ist der Wolter’sche Hof neben dem Schleu’schen Hof der letzte Zeuge dieses Typs (der Hof an der Buchwaldzeile existiert erst seit 1880).

 

* Datierung und Angaben nach Unterlagen des Landesdenkmalamtes Berlin, des Vermessungsamtes Spandau und des Archivs des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau.

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